Missio-Preis an Fokolar-Aktivistin

Das katholische Hilfswerk missio Aachen hat den mit 5.000 Euro dotierten Pauline-Jaricot-Preis an die Kamerunerin Patience Félicité Molle Lobe verliehen. Damit würdigt das Hilfswerk den langjährigen Einsatz des Fokolar-Mitglieds für benachteiligte Mädchen und junge Frauen in der Metropole Douala.

„Die Preisträgerin gibt jungen Frauen in Not das Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten zurück und ermutigt sie, ihr Leben aus eigener Kraft zu gestalten. Ihr Engagement entspringt ihrem christlichen Glauben und der Überzeugung, dass jeder Mensch eine unverlierbare Würde besitzt“, begründete Pfarrer Dirk Bingener, Präsident von missio Aachen, die Preisvergabe. 

Ausgangspunkt für ihr heutiges Netzwerk aus Sozialzentren und Bildungsangeboten war eine zufällige Begegnung mit einem jungen Mädchen, das aufgrund von Armut zur Prostitution gezwungen war. Frau Molle Lobe brachte das Mädchen zu ihrer Familie zurück, erkannte aber schnell, dass junge Frauen in solchen Situationen eine wirkliche Perspektive für ein selbstbestimmtes Leben brauchen.

Gemeinsam mit der Fokolar-Bewegung aktiv

1998 gründete sie gemeinsam mit Frauen aus der Fokolar-Bewegung das erste von heute drei Sozialzentren (Tageszentren), die später um eine Berufsschule erweitert wurden. Mit diesen Einrichtungen hat die 69-Jährige bis heute mehr als 840 Mädchen und jungen Frauen im Alter von 14 bis 25 Jahren geholfen. Sie finden hier einen geschützten Raum, trainieren ihre sozialen Fähigkeiten und erhalten Unterricht und eine Ausbildung, etwa zur Informatikerin, Schneiderin oder Dekorateurin. Die Mädchen und jungen Frauen leben und lernen zusammen, unabhängig von ihrer Religion oder Herkunft.

Weihbischof Ludger Schepers aus Essen würdigte in seiner Laudatio Molle Lobes Einsatz für würdige Zukunftsperspektiven von benachteiligten Frauen: „Sie sahen nicht weg. Sie nahmen das Mädchen bei sich auf. Vor allem aber öffneten Sie einen Weg: weg von Ausgrenzung und Abhängigkeit, hin zu Bildung, Selbstvertrauen und einem Leben in Würde.“

Besondere Wertschätzung drückte er für ihr authentisches Glaubenszeugnis aus: „Bei Ihnen sind Glaube und Alltag nicht voneinander getrennt. Ihr Glaube zeigt sich darin, wie Sie den Mädchen begegnen, wie Sie sie stärken und wie Sie ihnen ihre Würde vor Augen führen. Dabei achten Sie jeden Menschen, unabhängig von Herkunft, Kultur oder Religion.“

(Auszüge aus der Pressemeldung von missio und der Laudatio)

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