Margaret Karram als Fokolar-Präsidentin wiedergewählt , Roberto Almada neuer Ko-Präsident

Sie wurde von den 261 stimmberechtigten Teilnehmenden wiedergewählt, die die Fokolar-Gemeinschaften aller fünf Kontinente vertreten und vom 1. bis 21. März an der Generalversammlung teilnehmen.

Der neue Ko-Präsident ist Roberto Almada, ein argentinischer katholischer Priester und Fokolar, der ebenfalls mit Zweidrittelmehrheit gewählt wurde. Er tritt die Nachfolge von Jesús Morán an, der seine zweite und letzte Amtszeit beendet hat (gemäß Dekret des Dikasteriums für Laien, Familie und Leben). Die Wahlen wurden vom Dikasterium für Laien, Familie und Leben als zuständige Behörde des Heiligen Stuhls bestätigt, gemäß den Bestimmungen der Allgemeinen Statuten der Fokolar-Bewegung. 

Margaret Karram, ein Leben im Zeichen des Dialogs

Margaret Karram ist nach der Gründerin Chiara Lubich die dritte Präsidentin der Fokolar-Bewegung. 2021 trat sie die Nachfolge von Maria Voce an, die am 20. Juni 2025 verstorben ist.

Als christliche Araberin, geboren in Haifa in Israel, wuchs sie in einem multireligiösen Umfeld auf und entwickelte schon in jungen Jahren ein starkes Engagement für den Dialog zwischen verschiedenen Kulturen und Glaubensrichtungen. In den Vereinigten Staaten schloss sie ihr Studium der Judaistik an der American Jewish University in Los Angeles ab und übernahm anschließend verantwortungsvolle Aufgaben in der Bewegung im Heiligen Land, wobei sie parallel dazu 14 Jahre lang im italienischen Generalkonsulat in Jerusalem tätig war.

International anerkannt für ihren Beitrag zum interreligiösen Dialog – Mount-Zion-Preis (2013) und Santa-Rita-Preis (2016) – nahm sie 2014 gemeinsam mit Papst Franziskus und den Präsidenten Israels und Palästinas an der Gebetsfeier für den Frieden in den Vatikanischen Gärten teil. 2021 wurde sie für eine erste Amtszeit zur Präsidentin der Fokolar-Bewegung gewählt und hat das Engagement der Bewegung im ökumenischen und interreligiösen Dialog verstärkt. Sie traf den Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomäus I., und nahm als Gast an der jüngsten Synode der katholischen Kirche teil.

Im Jahr 2023 wurde sie zum Mitglied des Dikasteriums für Laien, Familie und Leben ernannt. 

Roberto Almada ist der neue Ko-Präsident der Fokolar-Bewegung;

Roberto Almada ist ein argentinischer katholischer Priester der Fokolar-Bewegung, Psychiater und Psychotherapeut. Als Doktor der Philosophie gehörte er zu den Initiatoren der Schule für Logotherapie in Uruguay und Paraguay. Er koordiniert mit anderen zusammen die spirituellen und psychologischen Begleitprogramme am Universitätsinstitut Sophia für Lateinamerika und die Karibik sowie am Logos-Institut in Caserta (Italien). Seine pastorale Tätigkeit konzentriert sich auf den Schwerpunkt Familie im Rahmen der Bewegung „Neue Familien“ der Fokolar-Bewegung, wo er Projekte zur Begleitung von Paaren betreut.

Von 1999 bis 2009 war er Berater des Internationalen Zentrums der Fokolar-Bewegung in Rocca di Papa (Italien). Bis 2026 lebte er in Buenos Aires und engagierte sich in Südamerika für das Thema Evangelisierung, wo er lokale Gemeinschaften begleitete und Struktur- und Organisations-Prozesse unterstützte.

Er hat umfangreiche Erfahrungen im kirchlichen und pädagogischen Bereich in verschiedenen Ländern Lateinamerikas gesammelt, darunter Kolumbien, El Salvador, Chile, Uruguay, Paraguay und Argentinien; dabei hat er Priester Ordensgemeinschaften und katholische Lehrkräfte durch Kurse und Exerzitien begleitet. Außerdem war er in der Jugendarbeit und im sozialen Bereich mit Migranten tätig.

Was sind die Aufgaben der Präsidentin der Fokolar-Bewegung?

Gemäß dem Allgemeinen Statut wird die Präsidentschaft stets einer Fokolarin anvertraut, die sich durch ewige Gelübde gebunden hat: Eine Entscheidung, die auf den Laiencharakter verweist und die Bedeutung der weiblichen Präsidentschaft hervorhebt, die von Gründerin Chiara Lubich gewünscht und von Johannes Paul II. bestätigt wurde. Die Präsidentin ist aufgerufen, im „Geist der Einheit“ die Fokolar-Gemeinschaften in 150 Ländern zu begleiten, die die Botschaft des Evangeliums und der universellen Geschwisterlichkeit im Kontext kultureller, sozialer und religiöser Vielfalt leben. Zu ihren Aufgaben gehören die Leitung und Ausrichtung einer Bewegung, die sich den lokalen und globalen Herausforderungen unserer Zeit stellt und sich insbesondere dazu gerufen sieht, zur Heilung der persönlichen und sozialen Brüche des menschlichen Daseins beizutragen. Die Statuten verweisen auch auf den Stil, in dem die Präsidentin ihre Verantwortung wahrnehmen soll: eine Führung, die auf Dienst und evangeliumsgemäßer Nächstenliebe gründet, gemäß der Aufforderung Jesu, Diener aller zu sein (vgl. Mk 10,44). Von ihr wird erwartet, dass sie Brücken baut, die Einheit fördert und mit Konsequenz und Hingabe Zeugin der zentralen Botschaft der Spiritualität der Fokolar-Bewegung ist.

Die Rolle des Ko-Präsidenten

Der Ko-Präsident, der aus den Reihen der katholischen Priester der Fokolar-Bewegung gewählt wird, ist in erster Linie dazu gerufen, eng mit der Präsidentin zusammenzuarbeiten, Entscheidungen mit ihr gemeinsam zu treffen und zur differenzierten Urteilsbildung beizutragen sowie den Zusammenhalt der Bewegung zu gewährleisten. 

Die Generalversammlung der Fokolar-Bewegung geht weiter

In den nächsten Tagen ist die Versammlung aufgerufen, auch das neue Leitungsgremium der Fokolar-Bewegung zu wählen, nämlich die Beraterinnen und Berater, die die engsten Mitarbeitenden der Präsidentin sein werden, sowie über Änderungsvorschläge zum Statut und den Richtlinien zu beraten.

Am 21. März werden die Teilnehmenden, Beobachterinnen und Beobachter der Versammlung von Papst Leo XIV. in Privataudienz empfangen.


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