Klaus-Hemmerle-Preis 2022

2022 jährt sich die Verleihung des Klaus-Hemmerle-Preises zum zehnten Mal. Im Gedanken an den ehemaligen Aachener Bischof würdigt der Preis im kommenden Jahr Arbeit und Engagement der ehemaligen polnischen Premierministerin, Justizministerin und Generalstaatsanwältin Prof. Dr. Hanna Suchocka. Die Laudatio auf die Preisträgerin hält der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken Prof. Dr. Thomas Sternberg.

Die Jury unterstreicht in ihrer Begründung Suchockas «Engagement für Recht, Gerechtigkeit und Integration» und würdigt besonders «ihren Einsatz für europäische Integration, Menschenrechte, Demokratie und die deutsch-polnische Versöhnung als Brückenbauerin».

Die 1946 im polnischen Pleschen geborene Juristin war die erste weibliche Ministerpräsidentin von Polen und danach Justizministerin und Generalstaatsanwältin. Bis 2013 vertrat sie Polen als Botschafterin beim Heiligen Stuhl und wurde 2014 von Papst Franziskus zum Mitglied der neugeschaffenen Päpstlichen Kommission für den Schutz von Minderjährigen ernannt. Sie lehrte Verfassungsrecht an verschiedenen Universitäten, arbeitete in diversen Positionen für die Menschenrechte und machte sich stark für den Kampf gegen Pädophilie in der katholischen Kirche. Der Klaus-Hemmerle-Preis ehrt auch ihr vielseitiges Wirken über die Grenzen Polens hinaus.

Im Gedenken an die Person und an das geistige Vermächtnis des früheren katholischen Bischofs von Aachen Klaus Hemmerle (1929 - 1994) ehrt die Fokolar-Bewegung Persönlichkeiten, die als „Brückenbauer“ den Dialog zwischen den Kirchen, Religionen und Weltanschauungen fördern. Der Preis wird alle zwei Jahre verliehen und ist undotiert. Bisherige Preisträger waren der jüdische Professor Dr. Ernst-Ludwig Ehrlich (2004), der ehemalige Präsident des Lutherischen Weltbundes, Bischof i. R. Dr. Christian Krause (2006), der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. von Konstantinopel (2008), Dr. Alfons Nossol, der emeritierte Erzbischof von Oppeln/Polen (2010), Prof. Dr. Hans Maier, der ehemalige bayerische Kultusminister und langjährige Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (2012), die inzwischen verstorbene Lepraärztin Dr. Ruth Pfau (2014), die muslimische AIDS-Ärztin Dr. Noorjehan Abdul Majid aus Mosambik (2016), der Rabbiner Dr. Henry Brandt aus Augsburg (2018) und 2020 der orthodoxe Erzbischof Anastasios Yannoulatos von Albanien.

 

Foto der Preisträgerin: Robert Vrlak/Adalbert-Stiftung


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